So 4 Jun 2006
Ed Ruscha, noch nie gehört. Doch das rot-blaue Cover mit dem Schriftzug faszinierte mich. Das Buch „Ed Ruscha“ wurde am letzten Literaturquartett letzten Monat kurz vorgestellt. Passen zu der Ausstellung im Kunsthaus Zürich, welche noch bis zum 13. August 2006 zu sehen ist.
Auf zwei Stockwerken wird das fotografische Werk des 1937 in Los Angeles geborenen Künstlers gezeigt. Für Ruscha selbst war die Fotografie zeitlebens nur ein Hobby und ein Beiprodukt seiner Kunst. Eine kurze Biografie Ruschas sowie eine grobe Einordnung seines Werkes leiten die Ausstellung ein. Die einzelnen Themenblöcke von Ruschas Arbeit werden in chronologischer Abfolge in Form einzelner Fotografien mittels der ursprünglichen Kontaktbögen gezeigt. Dem Besucher zeigt sich so wunderbar, wie sich Ruscha entwickelt hatte, welche Themen in faszinierten. Vom Frühwerk welches klare Verbindungen zur PopArt-Kunst aufweist über die seriellen Abreiten mit den fantastischen Fotobüchern bis hin zu den farbigen Fotos welche Mitte der siebziger Jahre entstanden sind lässt sich so dieser vielseitige Künstler entdecken. Das MockUp des Buches „Every Building on the Sunset Strip“ sowie das fertige Buch lassen erahnen, wie kreativ und spielerisch Ruscha bei seinen Arbeiten vorgegangen ist. Dass er dabei sein eigenes Schaffen mit einer gewissen Ironie und Schalck betrachtete, zeigt sich schön bei seinem Buch „Twenty Six Gasoline Stations“. So tischt er uns sein eigenes Werk zwischen Messer, Gabel und Löffel als fertiges Hauptgericht auf.
Ergänzt wird die Ausstellung durch das filmische Portrait von Ed Ruscha, realisiert von Michael Blackwood. Der Film zeigt auch das grafische und malerische Werk des Künstlers. Der Film hilft zu erkennen, in welcher Art Ruschas gearbeitet hat und die Fotografie oft als Mittel für ein Gemälde nutzte. Der Film schliesst eine Lücke, die in der Ausstellung leider nicht geschlossen wird. Auch wenn das fotografische Werk Ruschas auf jeden Fall als eigenständiges Werk sehr faszinierend ist, hätte ich mir stellenweise schon gerne auch Beispiele aus der jeweiligen Zeit von Ruschas Gemälden oder Grafiken gesehen. Denn bei einem so vielseitigen Künstler wie Ruscha beeinflussen sich seine Arbeitsweisen und benutzen Medien gegenseitig. In der Ausstellung bleibt diese Interaktion leider etwas im Dunkeln.
Nichts desto trotz ist die Ausstellung nur zu empfehlen. Das fotografische Werk macht Lust auf mehr Ruscha, regt an sich auch mit seiner Malerei zu beschäftigen. Oder gleich selbst zum Fotoapparat, Papier, Kleber und Schere zu greifen und sich ein Fotobuch zu basteln.
Zu sehen:
19. 05.06 - 13.08.06 - Kunsthaus Zürich
02.09.06 - 26.11.06 - Museum Ludiwg, Köln
