Fr 16 Jun 2006
Zum Ersten, zum Zweiten, Zum Dritten - Seins
Von Alain Nicolas Lavanchy - Rubrik: Schweizer Fotografie , Int. Fotografie
44 Mal hat am Donnerstagabend in der Basler Voltaghalle der Hammer zugeschlagen. Versteigert wurden an der Soirée Shot nicht etwa ein Warhol, Mondrian oder Richter. Diese findet man noch bis Sonntag an der ART zu kaufen. Stattdessen gab es hochwertige Werke aus der zeitgenössischen Fotografie zu kaufen. Unter den Künstlern waren sowohl ausländische wie auch Schweizer Fotografen vertreten, etwa ein Fabrice Coffrini, ein Andri Pol oder das Bild von Gilbert and George von Tom Haller.
Nachdem ich mir die ganze Auswahl angesehen hatte, war dann das Laubbild von Lukas Wassmann nicht mehr so richtig mein Topfavorit, neu hatte dieser Platz Candy von Anoush Abrar und Aimée Hoving eingenommen. Eine nackte Frau, komplett eingehüllt in rosa Tüll mit einer Halskette aus diesen blasrosa, -blauen Zuckersteinchen, die einem so schön auf der Zunge vergehen.
Ich hatte mir ein Limit von 800 Schweizer Franken gesetzt, ausgerufen wurden die Werke mit Preisen zwischen 300 und 500 Franken. Die 44 Werke erzielten nach etwas langer Zeit in einer etwas heissen Halle einen Gesamtwert von 25320 Franken, wobei drei Werke nicht verkauft werden konnten. Meine Heimreise habe ich dann leider doch ohne Fotos angetreten. Lukas Wassmann ging für 850 Franken über den Tisch, da hatte ich dann doch gar nicht mitgesteigert und alles auf Candy gesetzt. Zum letzen Mal hob ich meine Hand bei 1200 Franken. Sehr konsequent was das eigene Limit angeht, wie man sieht. Verkauft wurde es dann für 1300. Ich war dann doch recht froh, mein Essensbudget nicht gleich Mitte Monat ausgegeben zu haben. Bei der Durchsicht hatte mir noch Gravity Workbook 1 von Shane Deegan gefallen. Also sollten die 800 Franken dort eingesetzt werden. Wieder nichts gewesen, das letzte Angebot kam bei 1700 Franken.
Doch etwas enttäuscht ging’s also von Dannen. Doch immerhin kann ich von mir behaupten, auf Werke gesetzt zu haben, welche auch einen gewissen Marktwert haben, was die Preise beweisen. Nun heisst es also etwas Sparen und vielleicht in einem Jahr bei der nächsten Ausgabe von Soirée Shot mehr Glück (und Geld) zu haben.
Wer sich für zeitgenössische Fotokunst interessiert, dem sei dieser Anlass auf jeden Fall wärmstens empfohlen. Es herrschte eine tolle Stimmung und man bekommt teils sehr gute Werke zu bezahlbaren Preisen. Dazu nur kurz ein Vergleich. Das Bild eines das Gesicht zu einer Grimasse verziehenden Jungen, der eine Spielzeughandgranate in der Hand hält, dieses Bild kostet auf der anderen Rheinseite an der ART gute 165’000 US-Dollar.
Bild von der Soirée Shot: © Alain Nicolas Lavanchy - Bilder anklicken zum Vergörssern
