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Von vermissten Katzen, Sekt und Johannes Gees
Posted By Alain Nicolas Lavanchy On 23rd Juni 2006 @ 11:38 In Schweizer Fotografie | Keine Kommentare
Was haben Windsurfen, vermisste Katzen, verlassene Räume und die Jugend aus dem Muotathal gemeinsam? Sie alle waren Sujets, die es an der Diplomausstellung der [1] F+F Schule in Zürich zu entdecken gibt. Noch bis am 2. Juli 2006 sind in den Räumlichkeiten an der Flurstrasse die Abschlussarbeiten aus den Bereichen Fotografie, bildende Kunst und Grafik anzuschauen.
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So etwa die Zwischenräume von Jacqueline Aeberli. Ein leeres Bettgestell, die hellgrüne Dachkammer mit dem schrecklichen Teppich. Wohl ein altes Teenagerzimmer welches nach dem Auszug aus den elterlichen vier Wänden auf eine neue Verwendung wartet. Die in den Bildern zu findenden Details lassen erahnen, was für Geschichten sich in den Räumen abgespielt haben. Leere findet man auch bei der Arbeit von [3] Johanna Bossart. Ein verlassener Stuhl mit einer Decke. Ein Klebroller auf einem Bett. Die Fotografien selbst hauten mich ehrlich gesagt nicht gerade vom Hocker. Im Gegensatz zu den Bildern von Aeberli sind diese Bilder fast zu leer. Doch Bossart hat ihre Arbeit geschickt ergänzt und spielt Ausschnitte aus Interviews mit den Personen vor, die von ihren vermissten, weggelaufenen Katzen erzählen.
Aufgefallen ist auch die Arbeit von Ibolya Zombory aus dem Bereich Bildende Kunst. Sie mischt Illustration und Fotografie und erschafft so eine Kollage über Sinnlichkeit und Erotik mit Bildern die Emotionen andeuten um sie sogleich wieder zu verbergen. Ibolya schafft mit ihrer Arbeit genau diese Spannung des Gebens und Wegnehmens von Emotionen, die ein gutes Vorspiel doch ausmachen.
Dokumentarisch klar kommt dagegen die Arbeit von [4] Herbert Zimmermann daher. Seine Portraits der Muotathaler Jugend sind technisch von hoher Qualität, zeigen jedes Detail der uniformierten Kleidung des Punks, des Töffli-Bueb und des Jungen mit dem Hang zur rechten Seite des Politspektrums. Ähnlich wie bei Bossart hat mich auch diese Arbeit nicht wirklich überzeugt. Ich bin halt auch nicht so der Fan der seriellen Dokumentarfotografie.
Die Abschlussarbeiten, das Bier und die supersüsse Himbeerbowle haben dazugeführt, dass sich einige bekannte Namen aus der Zürcher Medien- und Künstlerszene unter die Gäste gemischt haben. So ein Andreas Wilhelm vom Tagi Magi, die Künstlerin Anna Kanai, Melody Gygax von der BAZ oder der Lichtkünstler Johannes Gees. Er war es dann auch, der in der Arbeit von Herbert Zimmermann nicht nur die einzelnen Portraits gesehen hat. Denn es sind nicht nur Uniformen welche die Zugehörigkeit zu einer Interessegruppe manifestieren. Betrachtet man die gesamte Serie, sind die verschiedenen Uniformen gar nicht so verschieden und werden insgesamt wieder uniform, womit genau das eintritt, was die Jugendliche nicht wollen: gleich zu sein. Und da muss ich Gees Recht geben. So gesehen ist hier die gesamte Arbeit mehr als die Summe ihrer Einzelbilder.
Wer sich selbst ein Bild der Bilder machen will - zu sehen an der [5] F+F in Zürich, noch bis zum 2. Juli 2006.
Bild: Zwischenräume - © Jacqueline Aeberli
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[1] F+F Schule in Zürich: http://www.ffzh.ch/
[2] Bild: http://www.bildredakteur.net/wp-content/776_bild_1.jpg
[3] Johanna Bossart: http://www.johannabossart.ch
[4] Herbert Zimmermann: http://www.herbertzimmermann.ch
[5] F+F in Zürich: http://www.ffzh.ch/
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