Jean-Francois LeroyVor wenigen Tagen hat Jean-François Leroy das Programm des diesjährigen Festivals Visa pour l’image vorgestellt. Zum 18. Mal treffen sich in Perginan (F) Fotografen, Agenturen und Medien. Gezeigt wird auch dieses Jahr ein Einblick in den Photojournalismus, neue aktuelle Arbeiten. Und 2005/2006 war wie schon einige Jahre zuvor primär geprägt von Katastrophen, Krieg, Armut und Leid. So werden auch dieses Jahr viele Bilder aus diesen Bereichen zu sehen sein. Doch leider scheint momentan Quantität vor Qualität zu stehen, wie man Leroy’s Kommentar im Editorial des Festvialprogrammes entnehmen kann:

One more comment. We can no longer refer to it as a fashion or trend; there were so many reports sent in this year which were nothing more than a series of posed shots showing people clutching the portrait of a loved one now dead – victims of the tsunami, of Chernobyl, famine or war – we could have done an entire festival with the same type of report. How boring! Do we really need to point out that the sum total of individual stories can never – or so rarely – tell a full story. And when a trend becomes a system, then we really have the ultimate form of boredom! 

Man kann sich demnach nur wünschen, dass einerseits die Fotografen wieder mehr Mut zu einem eigenen Stil aufbringen und andererseits die Verleger ihnen die dafür nötige Zeit und finanzielle Unterstützung bieten. Man bedenke auch, dass ein qualitativ gutes, einzigartiges Bild der einzige Weg der Printmedien ist, sich vom allgegenwärtigen Fernsehbild abzuheben, sich zu unterscheiden und so dem Leser etwas Neues zu bieten. Denn wer will die Fernsehbilder vom Vorabend am Morgen in der S-Bahn erneut vorgesetzt bekommen?

Sich selbst ein Bild machen kann man am

Festival „Visa pour l’image“
Perpignan - Frankreich
2. bis 17. September 2006
http://www.visapourlimage.com/

Bild: http://www.3declic.com/