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Hans Finsler und die Schweizer Fotokultur
Posted By Alain Nicolas Lavanchy On 17th Juli 2006 @ 10:00 In Schweizer Fotografie | Keine Kommentare
René Burri war bei ihm in der Schule, Werner Bischof auch, genauso wie Serge Libiszewski. Hans Finsler hat ihnen allen die Grundlagen der Fotografie beigebracht, in der legendären Fotoklasse der Kunstgewerbeschule in Zürich. Finsler war einer der profiliertesten Fotografen der „Neuen Sachlichkeit“. Mit seiner darstellungsgetreuen, präzisen Architektur- und Sachfotografie hatte Hans Finsler eine wesentliche Rolle bei der visuellen Vermittlung der Moderne.
Ihm, dem Grafiker Alfred Willimann und der Fotoklasse hat das [1] Museum für Gestaltung in Zürich eine umfangreiche Ausstellung gewidmet. „Hans Finsler und die Schweizer Fotokultur“ bietet einen vielseitigen Einblick in das Werk von Finsler und den Arbeiten seiner Schüler.
Die Ausstellung ist in die fünf Bereiche Raum in Architektur, Stadt und Landschaft, der Darstellung von Objekten und Materialien, dem Licht und dem Experiment, der benachrichtenden Fotografie sowie der Verbindung von Bild und Schrift gewidmet. Da der Schwerpunkt der gezeigten Werke auf der Zeit nach 1945 liegt, zeigt sich wie sich die Schüler der Fotoklasse langsam für den aufkommenden Bildjournalismus interessieren, während ihre Lehrer bei der Sachfotografie bleiben. Bekanntes Beispiel sind die beiden Finsler-Schüler und späteren Magnum-Fotografen René Burri und Werner Bischof.
Hans Finsler, geboren 1891 im deutschen Heilbronn, studierte ursprünglich Architektur und Kunstgeschichte, bevor er Lehrer an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein wurde. Während seiner Arbeit an der ‚Burg’ setzte er sich zunehmend mit der Fotografie auseinander. Er suchte nach neuen Wegen wie Gegenstände aufgenommen werden konnten. Dabei boten sich vor allem Architekturaufnahmen sowie das Abbilden von Designgegenständen an.
Bei aller Sachlichkeit hatten bei den Aufnahmen von Finsler auch die menschlichen Aspekte ihren Platz. In der Werkbundsiedlung Neubühl zeigt er die aus dem Fenster gehängten Duvets. Und viele seiner Innenaufnahmen zeigen kleine, versteckte Gegenstände die von der Anwesenheit der Bewohner zeugen.
1932 holte die Kunstgewerbeschule Hans Finsler nach Zürich. Seine Kontakte zum Schweizer Werkbund, insbesondere zu Marcel Breuer, Emil und Alfred Roth und anderen verschafften Finslers Schülern schon früh zu Aufträgen. Zusammen mit dem Grafiker Alfred Willimann entstand so eine grosse Anzahl von bedeutenden Plakaten- und Fotoserien etwa für die Porzellanfabrik Langenthal, den Zoo Zürich oder den Möbelhersteller Embru.
Die vielfältigen Arbeiten von Finsler und seinen Schülern zeigt sich auch in der Ausstellung. Neben mehr als 400 Vintage-Prints, einer Dia-Show gibt es auch eine grosse Auswahl an Fotobücher zu sehen. Neben den fertig gedruckten Exemplaren zeigen etliche Buchentwürfe, wie sich die Publikationen von der ersten Idee bis zum Druck entwickelt haben.
Hans Finsler und die Schweizer Fotokultur
Vom 10. Juni bis 17. September 2006
Museum für Gestaltung, Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
[2] http://www.museum-gestaltung.ch/
Bilder:
Damenschuhe, Alexander von Steiger, 1955 (oben)
Hans Finsler diskutiert mit Arnold Kübler, Serge Libiszewski, um 1950 (mitte)
Links:
[3] Biografie Hans Finsler
[4] Biografie Serge Libiszewski
[5] Über René Burri
[6] Über Werner Bischof
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[1] Museum für Gestaltung in Zürich: http://www.museum-gestaltung.ch/
[2] http://www.museum-gestaltung.ch/: http://www.museum-gestaltung.ch/
[3] Biografie Hans Finsler: http://www.fotostiftung.ch/index.php?id=4&autor=147
[4] Biografie Serge Libiszewski: http://www.fotostiftung.ch/index.php?id=4&autor=297
[5] Über René Burri: http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Burri
[6] Über Werner Bischof: http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bischof
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