Mi 2 Aug 2006
Die legendäre Vietnam-Fotografin Leroy ist im Alter von 60 Jahren gestorben
Von Alain Nicolas Lavanchy - Rubrik: Int. Fotografie
Catherine Leroy, welche als die einzige über den Vietnamkrieg berichtende Fotografin legendär wurde, ist Anfang Juli 2006 im Alter von 60 Jahren gestorben. Robert Pledge, Direktor von Contact Press Images ehrte die französische Fotografin anlässlich des Rencontres d’Arles Foto Festivals und bezeichnete Leroy als ‘mystische Figur’.
Im Jahre 1966 kam Leroy als 21-jährige im Vietnam an. Später erinnerte sie sich anlässlich eines Interviews, sie sei mit einem in Saigon mit einem Einfachticket, einer Leica und 150 US$ angekommen.
“Ich hatte zuvor nie scharfes Gewehrfeuer gehört und ich sprach gerade mal drei Worte Englisch”. Leroy wurde dem Life Magazine Fotografen Charles Bonnay vorgestellt, welcher sie in das Einmaleins der Presse einführte.
Ein Jahr später war Leroy die einzige akkredierte Journalistin um an einem Fallschirmabsprung des 173igsten Luftlanderegiments teilzunehmen. Es war zu dieser Zeit der heftigen Kämpfe in der Leroy ihr wohl berühmtestes Foto schoss, welches einen sich zu seinem sterbenden Kameraden lehnenden Marine zeigt. Das Triptychon entstand in der Nähe von Khe Sanh im Jahre 1967. Leroy sagte dazu: ‘Es war um 4:30 Uhr am Nachmittag. Ich war ungefähr 3.5 Meter entfernt. Natürlich war ich so Nahe am Boden wie nur möglich.’ Wie sie sich später erinnerte, rannte der Soldat kurz nach dem Foto davon während der schrie “Ich bringe sie alle um!“
Im Jahre 1968 wurde Leroy von einem Vietkong Soldaten während der Tet Offensive in der Schlacht um Hue festgenommen, konnte allerdings entkommen und nach Saigon flüchten. Die dabei entstandenen Bilder wurde berühmt als ein einzigartiger Einblick in den ‚Feind’ und wurden sogar auf einem Cover von Life abgedruckt.
Später wurde Leroy von einer Granate verletzt, wobei ihre Kamera zum Glück den grössten Teil der Explosion abschirmte. Nach dem Konflikt kehrte sie nach Paris zurück und machte nie ein Geheimnis daraus, dass die gemachten Erfahrungen eine bleibende Kriegs-Neurose bei ihr auslösten. „Ich glaube wir versuchten alle zu zeigen was der Krieg den Menschen antat - auf beiden Seiten“.
Ja, wir waren sehr subjektiv. Ich glaube in einer Situation wie dieser kann man gar nicht anders als subjektiv sein
- Cathrine Leroy
Später jedoch sprach sie vom Vietnam Krieg als eine einzigartige Möglichkeit was für einen offenen Zugang die Fotografen hatten. „Wir flogen mit in Militärflugzeugen, wir begleiteten Helikopterangriffe während der Operationen, marschierten mit den Einheiten, überall, zu jeder Zeit. Wir wurden keiner Zensur unterstellt. Es war beispiellos und wird es nie wieder geben. Wir leben nun in „der tapferen neuen Welt” in welcher Falschinformation und Zensur angewandt werden und der Zugang auf einzelne Fotografiermöglichkeiten beschränkt werden.“
Leroy fotografierte auch weiterhin in Kriegsgebieten und berichtete über die Konflikte in Afghanistan, im Irak, Iran und dem Libanon, wo sie 1976 gekidnappt wurde. Sie war die erste Frau welche mit dem Robert Capa Fotografie Preis für ihre Reportage über letztgenannten Konflikt erhielt.
Ihr Arbeit über den Krieg im Vietnam wurde später im Buch „Under Fire“ publiziert, zudem wurde ihre Arbeit in einer Ausstellung von 75 Grossformat-Fotografien im letzten Jahr in Washington DC ausgestellt, in der Nähe des Vietnam Memorial Denkmals.
Ihre letzten Jahre verbrachte Leroy in den USA, wo sie die Piece Unique – Galerie eröffnete, über welche sie ihre Werke als auch Ikonen ihrer Vietnam Kameraden Tim Page, Don McCullin und Giles Caron verkaufte.
Das Buch
John Mc Cain, Catherine Leroy
Under Fire
192 Seiten
Random Haus
EUR 31.50
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Links
Biografie von Leroy [eng.]
Würdigung im The Independant [eng.]
Wikipedia zu Cathrine Leroy [eng.]
Galerie von Cathrine Leroy
Bericht zum Tode von Leroy in PopPhoto [eng.]
Bilder
Marine crawls to rescue, 1967 - Catherine Leroy (oben)
Die Fotografin Catherine Leroy - AP photo (mitte)
Quelle
British Journal of Photography - aus dem Englischen übersetzt von A. N. Lavanchy
