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Die Bildlegende – Teil 1
Posted By Alain Nicolas Lavanchy On 4th September 2006 @ 10:49 In Bildredaktion | 1 Kommentar
Es gibt dieses schöne Sprichwort: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Doch meist sagt ein Bild alleine gar nichts. Denn erst in Verbindung mit Informationen wo das Bild entstanden ist, wer oder was darauf zu sehen ist, können Fotografien ihre ganze visuelle Kraft ausspielen. In den Medien übernehmen Bildlegenden diese Funktion. Obwohl sie neben dem Titel und dem Lead von den Lesern am ehesten gelesen werden, wird dafür in den Redaktionen meist am wenigsten Zeit aufgewendet.
Bildlegenden - diese kurzen Texte welche meist unter den Bildern stehen. Neben dem Titel und dem Lead eines Artikels sind es meist die letzten Textteile die man liest bevor man zum nächsten Artikel umblättert. Sie müssen deshalb auf ihrem kleinen Raum gleich eine Doppelfunktion erfüllen. Einerseits sollen die Bildlegenden den Leser an einem leckeren Aspekt der Story schnuppern lassen, so dass Appetit aufs Ganze entsteht, so Wolf Heckmann von der [1] Abendzeitung. Andererseits müssen sie über den Bildinhalt informieren, wie schon Henri Nannen, der Gründer des Stern, treffend beschrieb:
Die Bildtexte müssen dem Leser das Bild vorlesen, damit klar wird: Wer sind die abgebildeten Leute, was tun sie? Wann ist das Foto aufgenommen und wo? Irgendwelcher feuilletonistischer Quatsch ist hier überflüssig.
Henri Nannen, Gründer des [2] Stern
Aufbau einer Bildlegende
In vielen Zeitungen und Zeitschriften wird die Bildlegende zweigeteilt, wie hier etwa beim [3] Spiegel vom 21.08.06:
Aussenminister Steinmeier, Kanzlerin Merkel: “Die Regeln des Einsatzes sind in der Resolution nicht ausreichend geklärt” (Henning Schacht / [4] Action Press)
Der erste Teil der Bildlegende, die Sachzeile soll informieren und den Bildinhalt beschreiben. Der zweite Teil nennt sich die Schmuckzeile und soll den Leser dazu anregen soll, den Artikel zu lesen. Im Falle des Spiegels wird die Schmuckzeile auch dazu genutzt, eine wichtige Aussage des Artikels hervor zu heben. Diese zweigeteilte Art von Bildlegenden findet man in vielen Magazinen, wie etwa der [5] Weltwoche (Schmuckzeile: Sachzeile), dem Spiegel (Sachzeile: Schmuckzeile) aber auch in etwas anderer Form in einigen Tageszeitungen. Dort wird die Trennung in die zwei Teile nicht durch das Doppelpunkt erreicht, sondern durch die Fettung. Die gesamte Bildlegende besteht dann aus einem ganzen Satz. Dazu ein Beispiel aus der Schweizer Tageszeitung [6] Der Bund anlässlich der Schweizer Tournee von Robbie Williams:
Begeisterte am Mittwochabend 40 000 Fans im Berner Stade de Suisse: Robbie Williams in voller Aktion.
Allgemeine Grundsätze
Die Bildlegende gehört zusammen mit dem Titel und dem Lead zu den Kleintexten. Diese spielen zusammen mit dem Bild und dem Layout einen wichtigen Teil im Wahrnehmungsvorgang beim Zeitungslesen. Sie tragen wesentlich zur Entscheidung mit, ob ein Artikel gelesen wird oder nicht. Eine gute Bildlegende zu schreiben braucht Zeit. Häufig werden aber gerade die Kleintexte erst in letzter Minute verfasst.
Weiter sollten folgende Grundsätze beachtet werden:
Wie bei allen Texten eines Artikels gilt auch für die Bildlegende zu beachten, für wen die Legende getextet wird und dass sie sich gut in den Kontext einfügt. Der Titel, Untertitel, Lead und die Bildlegende sollten gut zusammenspielen.
Teil 2 des Artikels erscheint am Montag, 11. September 06
Bild
Oben: Christian Charisus / Reuters
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URLs in this post:
[1] Abendzeitung: http://www.abendzeitung.de/
[2] Stern: http://www.stern.de
[3] Spiegel: http://www.spiegel.de
[4] Action Press: http://www.actionpress.de/
[5] Weltwoche: http://www.weltwoche.ch
[6] Der Bund: http://www.bund.ch
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