Di 26 Sep 2006
„Als Fotojournalist hat James Nachtwey Kunst geschaffen. Keine Kunst welche eine neue Technik präsentiert, sondern Kunst welche auf eindrückliche Weise die Unmenschlichkeit der Menschen Menschen gegenüber zeigt.“
Für seine Arbeit erhielt der berühmte Kriegsfotograf James Nachtwey eine der sechs Heinz-Awards. Diese wurden dieses Jahr zum zwölften Mal verliehen.
Der 1948 geborene und in Massachusetts aufgewachsene James Nachtwey studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaften, bevor ihn Bilder aus dem Vietnamkrieg und dem Amerikanischen Civil Rights Movement zur Fotografie brachten. Nachtwey brachte sich das Fotografieren selber bei und begann 1976 als Pressefotograf in New Mexico zu arbeiten. 1980 zog er nach New York und erhielt als freier Fotograf von diversen Magazinen seine ersten Auslandsaufträge. Schon sein erster Auftrag 1981, ein Bericht über die Hungerskatastrophe in Nordirland, brachte ihn zu dem Thema welches ihn nie mehr losliess – Armut, Hunger und Krieg und deren menschlichen Schicksale. Ab 1984 arbeitete er als TIME-Fotograf in fast allen Krisenregionen der Welt.
Seine Arbeit wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet, so etwa sieben Mal mit der Auszeichnugn Magazin-Fotograf des Jahres oder zweimal mit dem World Press Award. Einem breiteren Publikum wurde Nachtwey vor allem durch den Dokumentarfilm „War Photographer“ des Schweizer Filmemachers Christian Frei bekannt.
Die Heinz-Awards wurden 1993 nach dem tödlichen Flugunfall von John Heinz III senior zum ersten mal verliehen. Sie sind Teil der Aktivitäten der Erben der Heinz-Familie, welcher das Heinz Nahrungsmittelunternehmen gehört. Die Awards werden Personen verliehen, die sich für die Mitmenschen und eine bessere Zukunft einsetzen. Und so heisst es dann auch in der Laudatio von Teresa Heinz zu der Arbeit von Nachtwey: „Seine Fotografien treten an die Stelle vom Fotojournalismus indem er Bilder des Unaussprechlichen macht. Er fotografiert Menschen welche unsere Aufmerksamkeit brauchen, Menschen deren Wirklichkeit uns in einem visuellen Kontext bewusst sein muss.“
Nachtwey, welcher einer der sechs Awards erhält, meinte zu der Auszeichnung: „Ehrlichkeit in der Fotografie ist die Quelle ihrer Kraft. Wie vielleicht kein anderes Medium kann die Kamera die Emotionen eines einzigen Momentes einfangen und das Drama transportieren, welches sie umgibt.“ James Nachtwey erhält den Heinz Award in der Kategorie Kunst und Geisteswissenschaften. Weitere Awards wurden in den Kategorien Umweltschutz, Technologie, öffentliche Politik sowie „Human Condition“ vergeben.
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Jim Harrison
