Mo 16 Okt 2006
Eigentlich ist es das heilige Land. Doch statt dem Frieden herrscht seit Jahren der Konflikt zwischen Palästinenser und den Israeli. Viele Bilder erreichen uns aus dieser Krisenregion. Der in Jerusalem geborene Fotograf Ahikam Seri will mit seinen Bildern die Komplexität dieses so umkämpften Gebietes porträtieren. Seine Bilder sind voller Gegensätze: Israelische Soldaten im Einsatz. Die Anspannung und Angst ist in ihrer Körperhaltung zu sehen. Am Abend die gleichen Soldaten beim Tanz mit wild geschminkten jungen Frauen. Dazwischen Israeli und Juden die um im Krieg verstorbene Angehörige trauern.
Ahikam Seri über seine Arbeit
„Mein Ziel ist es unterschiedliche Ansichten über das Leben hier zu zeigen. Und ich hoffe, dass sie sich das eine oder andere Mal widersprechen. Ich glaube dass wir hier die Realität fühlen, und nicht verstehen, als Auseinandersetzung mit verschiedenen Einzelgeschichten, die zusammen die eigentliche Geschichte ergeben. Mein Leben hier schwankt zwischen Optimismus und Pessimismus, mit einer starken Neigung zu letzterem, muss ich zugeben. Was ich um mich herum sehe, wenn ich arbeite oder einfach mein Leben lebe, ist oft aufwühlend, gelinde gesagt. Angesichts dieser Anblicke, Stimmen, Gesichter bin ich in einen therapeutischen Prozess für mich selbst involviert, wodurch meine Arbeit eine egoistische Ebene kriegt. Ich tue sie allererst einmal für mich, als Vorarbeit für meine Aufträge. Obwohl die Fotografie die Kraft hat, etwas zu ändern, denke ich dass sie in den meisten Fällen einfach eine Antwort auf die Neugierde des Betrachters gibt. Ab und zu, leider viel zu selten, kann sie wirklich Einfluss nehmen. In dem Sinne bin ich sehr dankbar und fühle mich geehrt wenn meine Arbeit je einen Einfluss hat und der Betrachter davon profitieren kann.“
Über Ahikam Seri
Der 1972 in Jerusalem geborene Ahikam Seri gesuchte nach ersten Fotografiekursen das Jewish-Arab Seminar for Documentary Photography and Journalistic Writing in Jerusalem. Nach diversen Assistenzen und Arbeiten für lokale und internationale Medien schloss sich Seri der Agentur Panos an und wurde 2003 ein Mitglied der Agentur. Mit seinen detaillierten Reportagen aus seinem Land wurde er etwa von National Geographic oder Nikon ausgezeichnet. Zudem wurden seine Bilder bereits an Fotofestivals wie dem Visa Pour L’Image, Noorderlicht oder dem FotoFest ausgestellt. Seri will weiterhin an Reportagen über sein Land arbeiten: „Fotographie ist bei weitem das beste Mittel, um die Geschichten an die ich herangetragen werde zu erzählen und meine Gefühle darüber auszudrücken. Und ich will auch weiterhin wie bis anhin weiterarbeiten.“
Links
Website Ahikam Seri
Agentur Panos
Bilder
Oben: Yonathan (Ayalah Tadesah), Obdachloser, in seiner aktuellen Unterkunft, einem leeren Haus im Zentrum von Jerusalem. Er lebt hier seit über vier Jahren. (Foto Ahikam Seri)
Unten: Selbsportrait
