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Cindy Sherman im Kunsthaus Bregenz

Posted By Alain Nicolas Lavanchy On 4th Dezember 2006 @ 11:26 In An der Wand | Keine Kommentare

Cindy Sherman - Untitled # 188,1989Eine Sex-Puppe? Das Zuhause eines Irren? Eine Szene aus einem Trash-Film? Die Körperhaltung und das Bein sind für eine Puppe in zu realistischer Haltung. Doch ein Mensch? Die Bilder der amerikanischen Fotografin Cindy Sherman faszinieren, erzeugen Unbehagen, Lust und Schrecken. Und all das gleichzeitig. Mit der Retrospektive Cindy Sherman zeigt das [1] Kunsthaus Bregenz einen umfassenden Einblick in das Schaffen von Sherman.

Cindy Sherman, geboren 1954 in Glen Ridge, einem Vorort von New York, studierte zunächst Malerei, dann Fotografie in Buffalo. Nach dem Studienabschluss 1976 zog sie nach New York und begann sich selbst zu fotografieren. Die Verwendung ihres eigenen Bildes in ihren Fotografien wurde zum Grundprinzip ihrer Arbeit. Als ihr eigenes Modell zersetzt sie stets das Ich und dessen Möglichkeiten, löst es auf in Geschlechterrollen und Filmklischees.

So trifft man in der Ausstellung auf Cindy als Marilyn Monroe, eine biblische Madonna mit dem Kind im Arm, gealterte Hollywoodschönheit mit schon etwas zu vielen Schönheitsoperationen.  Sherman stellt damit nicht nur die eigene Persönlichkeit in Frage sondern trifft mit ihren Bildern viele wunde Punkte der amerikanischen Konsum- und Glitzergesellschaft.

Bis auf wenige Ausnahmen werden die Arbeiten von Cindy Sherman in der Ausstellung in großen Serien gezeigt, ihrer Zusammengehörigkeit entsprechend und meist in chronologischer Reihenfolge. Obwohl die Grenzen zwischen den Serien manchmal fließend sind, können Serie und Chronologie als eine der Grundbedingungen im Werk von Cindy Sherman bezeichnet werden. Diese Konstellation ermöglicht es, sowohl die starke innere Kohärenz als auch die ständige Weiterentwicklung der Arbeit nachzuvollziehen.

portrait03.jpgDie im Kunsthaus Bregenz gezeigten Werke von Sherman beeindrucken durch ihre Strenge, den Erfindungsreichtum und ihre beständige Vertiefung. Sie verblüffen auch durch ihren Witz und die Extravaganz, die jedoch auch über eine eher düstere Komponente verfügt, die mit der Unmöglichkeit, das Ich zu erfassen und mit der Allgegenwart von Illusion und Tod zu tun hat. Das Werk von Sherman, das sich an der Oberfläche zu bewegen scheint und mit Trugbildern spielt, hält der Betrachtung Stand und hütet sein Geheimnis.

Zu entdecken noch bis am 28. Januar 2007 im Kunsthaus Bregenz. Und vom 13. Juni bis 10. September 2007 im Martin-Gropius-Bau in Berlin.

Kunsthaus Bregenz
02.12.2006 - 28.01.2007
Infos unter [2] www.kunsthaus-bregenz.at

Martin-Gropius-Bau, Berlin
13.06.2007 - 10.09.2007
Infos unter [3] www.gropiusbau.de

Links
Website von Cindy Sherman: [4] www.cindysherman.com
Cindy Sherman bei Wikipedia: [5] de.wikipedia.org/wiki/Cindy_Sherman

Fotos
Oben: Untitled # 188,1989 aus der Serie [Disasters]; The Museum of Modern Art, New York; Don de la Dannheisser Foundation; © Cindy Sherman
Unten: Cindy Sherman; © miromedia.net


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[5] de.wikipedia.org/wiki/Cindy_Sherman: http://de.wikipedia.org/wiki/Cindy_Sherman

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