Di 30 Jan 2007
Pink kommt es daher, das aktuelle NEON, und geht unter anderem der Frage nach, was wir den so essen. Während der Text eine Analyse für Hartgesottene ist, geben die Fotos von Andreas Achmann wortwörtlich einen Einblick in unser täglich Mahl. Abgesehen von einer an wenigen Stellen nicht ganz konsequent durchgezogenen Bildsprache vermag das Heft mit einer abwechslungsreichen, interessanten Fotografie und einem sauberen, angenehm zu lesenden Layout zu überzeugen.
Es war vor allem das knallige Pink und das auf den ersten Blick witzige Coverfoto von Bernhard Wolff, welches zum Kauf des Heftes verleitete. Das Bild zeigt einen Mann und eine Frau um die 30 Jahre alt, wohl ein Paar. Sein Blick auf ihre Nase gerichtet, während sie eine Strähne ihres Haares ihm als Schnauzbart unter die Nase hält. „Bist du ein guter Freund?“, in fetten Lettern gedruckt, titelt der Aufmacher unter dem Bild.
Wie die Serie von Grassl, zeichnet sich das aktuelle NEON durch mehrere überaus überzeugende Bildstrecken und Einzelbilder aus. Vor allem die Serie des Fotografen Andreas Achmann zu unserem Alltagsessen zeigt, wie kreativ die Macher von NEON die Themen visualisieren. Während das Interview mit dem Ernährungswissenschafter Udo Pollmer die Tricks und Illusionen der Lebensmittelindustrie aufdeckt, haben Achmann und der Foodstylist Sebastian Hinz die Nudelsuppe im Plastikbecher, das Erdbeerjoghurt oder die Chipstüte in der Mitte durchgetrennt, damit wir auch sehen, was wir essen. Und so bilden die detailgenaue Fotografie und das plastische Licht einen geschickten Kontrapunkt zu dem, was wirklich in unserem Essen drin ist.
Einen anderen Kontrapunkt, wenn auch einen wesentlich angenehmeren, bildet das Layout. Während die Bildsprache breit gefächert ist, Fotografie und Illustration teils gemischt wird, bildet das ruhige Layout mit der klaren typografischen Trennung der einzelnen Textbereiche einen Rahmen, der das gesamte Heft zusammenhält. Durch die Serifenschrift in Titel und Lauftext bekommt NEON ein seriöses Aussehen. Die serifenlosen Leadtexte und Zwischentitel locker die Seiten zudem auf, ermöglichen ein angenehmes Lesen der Texte.
NEON setzt, zusammen mit dem breiten Themenmix und den interessanten Texten, einen wohltuenden Gegenpol zu vielen anderen Magazin, die sich an die jungen Erwachsenen richten. Und so erstaunt es nicht, dass NEON im Frühjahr 2006 mit dem Lead Award als das erfolgreichste Magazin des Jahres 2005 ausgezeichnet wurde. Gerade mal zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung im Sommer 2003.
Zum Heft – Neon
Chefredaktion: Michael Ebert, Timm Klotzek
Art-Direktor: Gunter Schwarzmaier
Stv. Art-Direktorin: Sandra Eichler
Bildchef: Jakob Feigl
Bildredaktion: Kristin Ahlring, Kathrin Spirk
Umfang: 150 Seiten
Werbung: 20 Seiten (davon 2 Inserate mit Textanschluss)
Auflage: 170.186 Exemplare (IVW Q2/2006)
Format: 286 x 210 mm
Druck: durchgehend vierfarbig
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3.00 € / 5.90 SFr.
Bilder
Oben: Titelseite NEON Februar 2007
Unten: Andreas Achmann
