Mo 12 Mrz 2007
Es wäre wohl die perfekte Firmenhochzeit in der Bilderindustrie geworden. Getty Images (GYI) war bereit für den Konkurrenten Jupitermedia (JUPM) rund 450 Millionen US-Dollar zu bezahlen. Getty hätte seine Marktposition gestärkt, wäre zu 7 Millionen Bildern inklusive aller Rechte gekommen. Und Alan Meckler, der CEO von Jupitermedia, hätte sich auch aus der Bilderindustrie verabschieden können. Ein Wunsch der Meckler mehrmals andeutete. Nun ist aber alles anders gekommen. Und bevor die Hochzeitstorte angeschnitten werden kann, ist die Ehe auch schon wieder geschieden. Sowohl Getty als auch Jupitermedia bestätigten Ende letzte Woche das die Verkaufsgespräche erfolglos abgebrochen wurden.
Die Branchenseiten Stockphototalk, Abouttheimage wie auch Forbes, Reuters oder BusinessWeek berichteten über den mögliche Verkauf. Nach einer nur spärlichen Pressemitteilung von Jupitermedia und Getty hofften natürlich alle, Alan Meckler würde wie gewohnt auf seinem Blog über mögliche Hintergründe berichten. Der Blog ging erst mal in die Knie, die Server brachen scheinbar unter der Besucherlast zusammen. Das ist zwar unwahrscheinlich, spielt aber schlussendlich auch nicht so eine grosse Rolle.
Viel spannender waren die Gründe, welche Abouttheimage hinter dem Deal sahen. Dass Meckler sich die Bilderindustrie anders vorgestellt hatte, war länger bekannt. Und die Integration schien weniger gut zu laufen, als Meckler sich dies erhoffte, so Chris Ferrone von Abouttheimage. Auch die anderen Spekulationen von Ferrone erschienen sehr plausibel. Getty hätte nicht nur eine kleinen, aber innovativen Konkurrenten weniger, sondern auch die gesamten Bildrechte an über 7 Millionen Bilder. Bedenken dass die amerikanische Kartellbehörde den Verkauf verhindern würde, schienen auch nicht angebracht zu sein. Das ganze schien nur eine Frage des Preises zu sein. Entsprechend reagierte die Börse. Die Aktien von Getty Images und Jupitermedia legten zu, bei Jupitermedia um satte 26 Prozent.
Ob dies auch Getty Images gemerkt hat, oder ob Getty nicht bereit war, Meckler die verbleibenden Dienste von Jupitermedia zu überlassen, wir werden es wohl kaum erfahren. Die beiden Unternehmen haben nur bestätigt, dass es nicht zu einem Verkauf gekommen ist. Ansonsten wurde wohl stillschweigen vereinbart.
Für Jupitermedia wird die Situation nach dem Scheitern des Verkaufs nicht einfacher. Die Integrationsprobleme der zugekauften Firmen wird nicht einfacher und das Team um Meckler musste in den letzten Tagen um ihren Arbeitsplatz bangen. Denn bei einem Verkauf an Getty hätten die Kündigungen sicher nicht lange auf sich warten lassen.
Quellen
Stockphototalk - www.stockphototalk.com
About the image - www.abouttheimage.com
Forbes - www.forbes.com
SeekingAlpha - www.seekingalpha.com
