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Gut geküsst: Martin Arnold und Beni Haslimeier

Posted By Alain Nicolas Lavanchy On 1st Mai 2007 @ 10:00 In Auf dem Plakat | Keine Kommentare

Inserat Falzanleitung - Schweizer PresseVor einem Lattenzaun steht ein Mädchen, selbstbewusst und doch etwas Schüchtern. Hält seine Wangen vier Jungs hin die darauf warten es zu küssen.  In weiser Voraussicht haben die die Vier eine Blume mitgebracht, eine gelbe die drei grösseren, der kleinste von ihnen hält eine rote Blume bereit, steht ganz hinten, der arme. Zwei Markierungen am auf dem Bild laden zum Zusammenfalten ein. Und dem Betrachter huscht ein Lächeln über den Mund, ist es doch der kleinste, der den Kuss wagen darf.

Nein, es weder eine Werbung für frühkindliches Küssen, noch der Versuch der Blumenindustrie die junge Kundschaft zu gewinnen. Das Inserat wirbt für sich ganz alleine: “Das kann nur ein Inserat”. Unter diesem Motto hat der Verband [1] Schweizer Presse zum zweiten Mal junge Kreative aus der Schweizer Werbebranche aufgefordert, ihre Ideen einzureichen. Ende März wurden die 10 besten Arbeiten auserkoren, nun sind sie in den Schweizer Zeitungen zu sehen.

Illustration des PlakatesDoch zurück zu dem Mädchen und den vier Knaben. Die Idee mit den Kindern sind Martin Arnold und Beni Haslimeier, beide damals bei [2] Wirz Werbung, gekommen: “Was kann ein Inserat, was Plakate, Radio- oder TV-Spots nicht können? Es lässt sich falten. Dank dieser Erkenntnis ist es einfach, ein witziges Bild zu kreieren, das den Vorzug des Inserates überzeugend hervorhebt. Beispielsweise mit einer Idee, die selbst Kinder erklären könnten. Wieso sollte diese Idee dann nicht gleich von Kindern gezeigt werden?”, so Martin Arnold. Zusammen mit dem Grafiker Jan Brem von Wirz Werbung haben sie ihre Idee visualisiert und so der Jury eingereicht.

Überzeuegnder, kindlicher Charme

Es ist gerade diese Einfachheit der die Idee, die zusammen mit dem Charme kindlicher Offenheit zu überzeugen vermag. Und jeder der selber einmal als Vierter in einer Schlange auf einen so begehrten Kuss warten musste, der mag es dem Knaben mit der roten Blume mehr als gönnen, dass er es ist der schlussendlich zum Kuss kommt. So erstaunt es nicht, dass auch die Jury um den Texter und Konzepter Andreas Prokesch von der Idee überzeugt war. Zusammen mit 9 anderen Arbeiten (darunter gleich zwei weiteren vom Arnold und Haslimeier) haben sie es in die Shortlist geschafft und konnten ihre Idee mit Unterstützung vom Verband Schweizer Presse in der Höhe von CHF 5000.- umsetzen.

Foto von Thomas JulierBeim Sujet für das Falzinserat stand der Zürcher Fotograf Thomas Julier hinter der Kamera. Sehr feinfühlig hat er die Idee umgesetzt. Das Licht ist weich, die Farben zurückgenommen. Das Bild hat etwas leicht verblasstes, erinnert an Fotografien alter Amateurkameras, wie man sie aus eigenen Fotoalben kennt. Und doch hat die rote Blume vor dem blauen Puli und die Pose des Mädchens genug Wirkung, um den Betrachter zu packen, das Inserat von den restlichen Zeitungsseiten hervorzuheben.

Den letzten Schliff erhielt das Bild dann noch in der Nachbearbeitung, wie Martin Arnold erläutert: “Nach stundenlanger Bildbearbeitung ist es Beni Haslimeier gelungen, das Sujet druckreif zu vollenden. Mit seiner  präzisen Art Direction hat Beni die verspielte Natur der Idee  gefördert und ihr schliesslich Leben eingehaucht.”

Mehrfach ausgezeichnet

Den Hauptpreis gewonnen haben die beiden mit der Idee nicht, erhalten haben sie ihn dennoch, aber mit einem anderen Inserateentwurf. Dieser wirbt für Glacé, ist weniger verspielt, näher an der meist langweiligen Werbung aus der Hand der “erfahrenen” Kreativen. Ob es nun das verlorene Kindlichsein oder mutlose Werbekunden sind, Martin Arnold und Beni Haslimeier haben bewiesen, dass gute, witzige und charmante Werbung auch ohne Millionenbudget möglich ist. Zusammen mit Isabelle Hauser von [3] Advico Young & Rubicam reisen sie Ende Mai nach Paris, messen sich dort mit Teams aus acht weiteren Ländern und kämpfen um eine Teilnahme am berühmte Werbefestival in Cannes. Wir wünschen den drei viel Erfolg und hoffen, dass sich die jungen Kreativen auch in Zukunft den Charme und die kindlichen Offenheit in ihren Arbeiten bewahren.

Kreativ-Team

Art Direction: Beni Haslimeier (Wirz Werbung)
Text: Martin Arnold (Wirz Werbung)
Visualisierung: Jan Brem (Wirz Werbung)
Fotografie: Thomas Julier

Young-Creative-Wettbewerb

Ausgezeichnete Werbung für das Medium Anzeige machen und gleichzeitig den kreativen Nachwuchs fördern. Das ist die Idee von “Das kann nur ein Inserat”. Der Wettbewerb wurde zum zweiten Mal vom [4] Verband Schweizer Presse durchgeführt und wird unterstützt von der [5] Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW, [6] bsw swiss leading agencies, [7] Schweizer Werbung SW, der [8] Werbewoche und [9] Publimedia.


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[1] Schweizer Presse: http://www.schweizerpresse.ch/
[2] Wirz Werbung: http://www.wirz-werbung.ch/
[3] Advico Young & Rubicam: http://www.ayr.ch/
[4] Verband Schweizer Presse: http://www.schweizerpresse.ch/
[5] Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW: http://www.asw.ch/
[6] bsw swiss leading agencies: http://www.bsw.ch/
[7] Schweizer Werbung SW: http://www.sw-ps.ch/
[8] Werbewoche: http://www.werbewoche.ch
[9] Publimedia: http://www.publimedia.ch/

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