Di 24 Apr 2007
Peter Thomanns Meisterwerk „Stute mit Fohlen“: Bewundert und geklaut
Von Thomas Lachenmaier - Rubrik: AnsichtenKein Kommentar
Es gibt Fotos, die ein Leben verändern. Als Peter Thomann, Student der Fotografie an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen, an einem frühen Morgen im Mai 1963 den Verschluss seiner Leica M3 auslöste, hatte er gleich ein gutes Gefühl: „Ich war mir sicher, dass mir innerhalb einer 1/125 Sekunde ein gutes Bild gelungen war“.
Peter Thomann war mit seiner Kamera auf dem Wildpferdgelände in der Nähe der westfälischen Stadt Dülmen unterwegs. Von Spaziergängern aufgeschreckt, flüchtete In dem nur Millisekunden währenden entscheidenden Moment fotografiert Thomann. Es ist das kaum glaubliche Zusammentreffen eines flüchtigen aber bedeutungsvollen Augenblicks, eines Fotografen an der richtigen Stelle und vor allem - einer Intuition und Reaktionsschnelligkeit die ihresgleichen sucht. Noch heute, Jahrzehnte später, stockt dem kundigen Betrachter dieser Aufnahme der Atem ob des Vermögens des Fotografen. Die Fotografie entstand ja mit einer heute geradezu museal anmutenden Sucherkamera, ohne automatischen Filmtransport oder Autofokus.
